Anzeigen:


McGrip - Ihre Internetagentur in Rhein Neckar


proaesthetic


Werbeagentur Valentino Knopf







Filmproduktion in Mannheim



Hier anfragen um Ihr Unternehmen hier zu präsentieren!


„Irgendwann kommt mal einer, der sieht, dass du was kannst“


Esther-Schweins1.jpg

(zum Vergrößern auf das jeweilige Bild klicken!)


Esther Schweins, seit 16 Jahren eine der bekanntesten Deutschen im Fernsehen, über ihre neueste Rolle als Regiesseurin, über Kinder, Erziehung, Talent – und Politik. Ein Interview über das Lebensbild einer Frau, die im April 40 wird.

Esther Schweins, in Ihrem neuen Stück „Hello Dad“, mit dem Sie bis zum Sommer auf Tournee in Ostdeutschland sind, geht es ums Kinderkriegen. Sie selbst haben einen Sohn und eine Tochter. Ist das eine Autobiographie?


Nicht ganz, weil es ja ein Originalstück gibt, das wir bearbeitet haben. Aber jegliche Erfahrung ist mit verarbeitet. Selbst mein eigenes Erlebnis während der Geburt. Aber das Schöne ist ja, dass so viele Erfahrungen, die man als Mutter oder Vater macht, so allgemeingültig sind. Es kommt dann schnell der Vorwurf des Klischees, aber man kommt ja um das Klischee nicht drum herum.

So ähnlich wie in Ihrem Stück „Caveman“...

Genau. Männer und Frauen und Kinder - das ist für jeden die gleiche Suppe. Die wenigsten Kinder schlafen gleich durch, also haben wir alle die gleichen Erfahrungen mit schlaflosen Nächten. Keiner ist Mutter oder Vater, bevor ein Kind wirklich da ist, alle müssen reinwachsen, allen wächst die Liebe erst zu. In sofern sind die eienen Erfahrungen auch die Erfahrungen aller.

Was bringt Sie denn bei Ihren eigenen Kindern auf die Palme?

Jeden Tag 33 andere Dinge, die einen überhaupt nicht auf die Palme bringen müssten. Richtig auf die Palme bringt mich aber eigentlich nichts.

Gehören Männer in einen Geburtsvorbereitungskurs?

Wenn sie und die Frau das gerne möchten, ja. Eigentlich müsste man sagen, wenn die Frau das möchte- dann muss er auch...

Welchen guten Rat können Sie werdenden Vätern geben?

Im richtigen Moment die Klappe halten. Aber das gilt eigentlich für werdende Mütter genauso.

Wie erziehe ich mein Kind am effektivsten?

In dem ich respektiere, dass das Kind ein Kind ist und weder mein Partner noch das Füllse für eine Lehrstelle in meinem Leben oder symbiotisch mit mir verbunden sein soll. Ich glaube, es gehört viel affektives Verhalten dazu, was nicht bedeutet impulsiv, aggressiv sondern direkt auf das zu reagieren, was das Kind tut. Ich glaube, darüber lernt ein Kind am meisten.

Zurück zur Schauspielerei: Ihnen wurde bei Ihrer Ausbildung an der Schauspielschule in Bochum gesagt, dass Sie keine große Zukunft hätten...

Die haben gesagt, mir sind Grenzen gesetzt. Du bist groß, schlank, schön. Du wirst nie Antigone spielen, du wirst immer Ismene sein. Das fand ich doof, aber am Ende des Tages hatten sie recht. Sie haben gesagt: Sie sind nicht richtig für unsere Schule. Darauf sagte ich: Vielleicht meinen Sie aber auch, dass Ihre Schule nicht richtig für mich ist.

Und dennoch sind Sie jetzt berühmt...

Ja, ich hab mir immer gedacht: Irgendwann, da kommt einer, der sieht, dass du was kannst. Das war in meinem Fall Hugo Egon Balder. Und 1994 bekam ich dann für „Samstag Nacht“ den Bayrischen Filmpreis...

Wollten Sie schon immer Schauspielerin werden?

Nein, erst Falknerin, dann Paläntologin und sonst was. Und dann Regisseurin.

Was Sie wunderbar schafften. Was war denn bisher Ihr unangenehmster Bühnenmoment?

Als ich bei einem Kabarett-Auftritt 1989 nichts mehr wusste. Zuerst wusste ich die erste Zeile nicht mehr, dann wusste ich nicht mehr, wer ich bin, wo ich da bin, was ich da überhaupt mache. Ich hatte das komplette Blackout. Und ich musste von der Bühne gehen. Ich stand da, bis es auch der letzte gemerkt hatte.

Und dann?

Bin ich nochmal nach hinten gegangen, hab’ mich gesammelt, hab’ nochmal ins Textbuch geguckt und bin wieder raus.

Sie haben zwei Kinder und sind trotzdem noch eine der begehrtesten Frauen Deutschlands.

Ist das so? Ich dachte, ich bin jetzt eher glaubwürdig (lacht). Ich habe keine Ahnung, ganz ehrlich. Aber ich finde das cool. Früher hat mich das dagegen eher erschreckt. Heute denke ich, dass eine Ausstrahlung auch ganz viel mit dem Wesen zu tun hat.

Mal was Politisches. Sie haben sich bei zwei Bundestagswahlen für die SPD engagiert. Warum haben Sie nicht selbst mal kandidiert?

Also, ich hab mich für Gerhard Schröder eingesetzt. Aber ich bin heute davon überzeugt, dass du – egal mit wieviel Idealismus du dort rangehst, wenn du dort angekommen bist, wo du was entscheiden kannst – eigentlich schon so rund gelutscht bist, dass du nicht mehr den Mund auseinander kriegst.

Bräuchte Deutschland einen wie Barack Obama?

Ja, aber ich will gar nicht wissen, wie dem die Hände gebunden sind. Wieviel kann er denn umsetzen von dem, was er gern umsetzen möchte? Und ich frage mich auch, wie viel Politik heute überhaupt noch bewegen kann. Eigentlich ist doch die Wirtschaft der Entscheider.

Interview: Linda Polenz


Kontakt:
Für weitere Funktionen jetzt kostenfrei anmelden!

Dieser Artikel hat 0 Kommentare:

Wie ist Ihre Meinung?

Bewerten:

Ihr Name:
Sicherheitscode:
Bitte geben Sie die Buchstaben aus dem Bild in das danebenstehende Textfeld ein (dies dient dem Spamschutz) oder jetzt einloggen.
Sicherheitsbild

bisherige Kommentare:

Artikel weiterempfehlen:
Per E-Mail:
Absender (Ihre E-mailadresse):
Empfänger-Emailadresse:
Sicherheitscode:
Bitte geben Sie die Buchstaben aus dem Bild in das danebenstehende Textfeld ein (dies dient dem Spamschutz) oder jetzt einloggen.
Sicherheitsbild


Link zu diesem Artikel:
beigefügte Anlagen:
Esther-Schweins1.jpg Esther-Schweins1.jpg
(57 KB, 1 Downloads)
esther_schweins.pdf esther_schweins.pdf
(162 KB, 0 Downloads)

« vorheriger Artikel | nächster Artikel »